Online Glücksspiel – Spielen ohne Sucht
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Online-Glücksspiele

Aktuelle Kampagne 2019/2020

Kantone lancieren Sensibilisierungskampagne zu Online-Glücksspiel

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Aktuelle Kampagne 2020

Am 26. Oktober 2020 startet die zweite Welle der Sensibilisierungskampagne zu Online-Glücksspielen. Im Rahmen der zweiten Welle wird ein besonderer Fokus auf den Einfluss der Corona-Pandemie auf das Online-Glücksspiel gelegt.

Hier geht es weiter zur Medienmitteilung vom 26. Oktober.

Passend zum Thema Online-Glücksspiel und Lockdown finden Sie hier das passende Briefing-Paper von Sucht Schweiz.

Das Online - Glücksspiel

Online-Glücksspiele sind Glücksspiele, die über das Internet auf dem Computer, Handy oder einem anderen Gerät (z.B. Tablet) gespielt werden können.

Der virtuelle Glücksspielautomat im Online Casino sieht immer noch so aus wie ein Glücksspielautomat, auch die Spielweise ist vergleichbar mit der Offline-Variante. Ähnlich sieht es beim Online-Poker oder bei Internet-Sportwetten aus.

Was sind die spezifischen Risiken des Online-Glücksspiel?

Das Glücksspiel ist immer verfügbar.

Online-Glücksspiele können auf dem Smartphone, über den PC zu Hause und bei der Arbeit gespielt werden. Aus Forschung weiss man: Eine hohe Verfügbarkeit macht ein Suchtmittel riskanter, das gilt auch für Verhaltenssüchte.

Das Internet ist omnipräsent.

Menschen, die aufhören möchten, im Internet zu spielen oder ihre Spielaktivitäten dort begrenzen möchten, haben es schwer, das Internet oder die dort zu findenden Glücksspielangebote zu umgehen. Denn die Nutzung von Computer und Internet ist aus den meisten Lebens- und Arbeitsbereichen nicht mehr wegzudenken. Einfach den Computer im Büro oder zu Hause nicht mehr anmachen, ist also auch keine Lösung.

Das Marketing ist aggressiv.

Wen man einmal im Netz ist, muss man nicht einmal die entsprechenden Seiten aufrufen, um mit Glücksspielen konfrontiert zu werden: „Plug-In-Werbung“ sorgt dafür, dass den Nutzern früher genutzte Angebote nun als Werbung begegnen. Das Spielverhalten im Netz wird genau analysiert und das Marketing ist massgeschneidert.

Das Geld ist virtuell.

Die Tatsache, dass mit elektronischem Geld gespielt wird, kann zu grösseren Einsätzen verführen. Die wiederum erhöhen das Risiko, dass Verlusten hinterhergejagt wird – und das Spielen ausser Kontrolle gerät.

Im Internet kann man einfacher Kontrollen umgehen.

Dies führt dazu, dass Jugendliche sich einfach Zugang zum Angebot schaffen können, indem sie mit geliehenen Kreditkarten Alterskontrollen umgehen. Auch gesperrte Spielerinnen und Spieler finden Wege, um im Internet zu spielen, indem sie bspw. auf illegale Angebote ausweichen.

Das illegale Angebot hat seine Tücken.

Absprachen zum Beispiel zwischen Online-Pokerspielern mindern die Gewinnchancen und machen das Spiel unfair. Wie bei illegalen Musik-Downloads, ist es zudem vielen Menschen nicht bewusst, dass sie sich ausserhalb des gesetzlichen Rahmens bewegen, wenn sie im Internet Glücksspiele von ausländischen Anbietern spielen.

Die soziale Kontrolle fehlt.

Oftmals fällt es den Angehörigen (zu) spät auf, dass Online-Glücksspiele gespielt werden: Der Sohn oder die Freundin „ist halt viel im Internet“, wie viele andere auch. Wenn er oder sie sich stattdessen allabendlich ins Casino verabschieden würde, fiele das in den meisten Fällen eher auf.

Gaming - Gambling

Games oder Glücksspiele?

Die Grenze zwischen Games und Glücksspielen löst sich auf. Es vermischen sich die beiden Aspekte Geschicklichkeit (Games) und Glück (Glücksspiel). Denn in Games sind zunehmend Glücksspielelemente integriert (Gamblification of Games) und Glücksspiele werden als Games wahrgenommen (Gamification of Gambling). Auch in Gratisspielen sind In-Game-Käufe möglich, welche zu Spielvorteilen führen. Die Charakteristik des Angebotes ist für die spielende Person nicht immer erkennbar. Die Kenntnis der Mechanismen kann Spieler/-innen darin unterstützen, ihre Geldausgaben und ihren Zeitaufwand kontrollieren zu können, um mit Spass und verantwortungsvoll zu spielen.

E-Games: Onlinevideo- oder Onlinecomputerspiele auf PC, Konsole oder Mobiltelefon enthalten zunehmend Glücksspiel- und Bezahlmechanismen. Damit steigt das Risiko für Schulden und problematisches Spielverhalten. Welche Glücksspielelemente sind in Games anzutreffen, wie geben Spielende Geld in diesen Spielen aus und welche Probleme können dabei entstehen?

Free-to-play

Auf dem weltweiten Videospielmarkt sind die meisten Spiele kostenlos. Sie können auf das Handy oder auf den Computer heruntergeladen werden, sie sind in sozialen Netzwerken verfügbar oder können auf Plattformen gespielt werden. Doch obwohl sie als kostenlos bezeichnet werden, kann dieser Begriff hinterfragt werden.

Kostenlose Spiele generieren jedes Jahr 80% der Einnahmen aus Videospielen - diese beliefen sich im Jahre 2018 auf über 100 Milliarden Dollar - und ihre Monetisierung basiert oft auf Mikrotransaktionen. Im Gegensatz zu den klassischen Spielen erfordern diese „free-to-play“(F2P)-Spiele keinen Erstkauf von mehreren Dutzend Franken oder ein monatliches Abonnement, sondern bieten die Möglichkeit, optionale Käufe im Spiel zu tätigen.

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Factsheet zu Free-to-Play Videospielen

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Free-to-Play Bericht 2020

Pay-to-win

Wie aus diesen kostenlosen Spielen Geld gewonnen wird, hängt vom Spiel ab und es existieren mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise können Spielende bezahlen, um einen Gegenstand zu erhalten, der sehr selten oder schwer zu beschaffen ist und der es ermöglicht, schneller im Spiel voran zu kommen (z.B. Gardenscapes). Weiter können sie Geld ausgeben, um Gegenstände zu kaufen, die ihnen Vorteile gegenüber anderen Spielern bringen (z.B. Call of Duty, World of Tanks), einzigartige Fähigkeiten für ihren Avatar kaufen (z.B. Fortnite, the Sims), zusätzliche Spielzeit in Spielen mit täglich begrenzter Spieldauer (z.B. Candy Crush), reduzierte Wartezeiten beim Bau ihres Dorfes (z.B. Elvenar) oder neue Spieler für ihr Team erstehen (z.B. FIFA).

Lootbox

Lootboxes (Schatzkisten) findet man ebenfalls in Pay-to-win-Spielen. Dabei handelt es sich um Glücksspielelemente innerhalb eines Games. Diese Box enthält Objekte (Ausrüstung, Kampfesstärke, Skins etc.), welche zum Spielerfolg beitragen können. Da die Inhalte zum Kaufzeitpunkt noch nicht bekannt sind, entscheidet der Zufall und das Glück. Häufig suchen Spielende jedoch ein notwendiges Objekt, finden aber in einer Lootbox nur ähnliche. Dies entspricht einem Fastgewinn, einem sogenannten Near Miss von Geldspielautomaten (nur drei Zitronen geschafft, anstatt die nötigen vier). Das Game kennt die Wünsche der Spielenden aufgrund ihres Verhaltens: In einzelnen Games werden die Inhalte nicht zufällig, sondern aufgrund des bisherigen Spielverlaufes (Big Data) individuell definiert. Es ist für Spielende hilfreich, sich pro Spielepisode ein Geldlimit für Lootboxen zu setzen. Einfach erkennbar sind Geldspielgelegenheiten (Poker, Roulette) zur Unterhaltung innerhalb von Games. Diese funktionieren mit virtueller Währung, bei der das Bewusstsein oft fehlt, dass es indirekt um echtes Geld geht. Teilweise machen die Game-Anbietenden künstliche Wartepausen im Spiel und verführen die Spielenden so dazu, während der Wartezeit ein Glücksspiel zu spielen. Auch hier lenkt ausschliesslich der Zufall und nicht das Geschick das Resultat.

Online-Wetten

Im Laufe der Zeit haben sich Sportwetten und die Art zu wetten radikal verändert. So nahmen Verfügbarkeit, Zugänglichkeit, Häufigkeit und Wettmöglichkeiten allmählich zu. Heute kann ein Wettender den ganzen Tag damit verbringen, auf jede Sportart weltweit zu wetten.

Die Welt der Wetten beschränkt sich jedoch nicht auf Sport- und Pferdewetten. In den letzten Jahren ist eine neue Form von “Sportwetten“ aufgekommen: Wetten auf elektronischen oder virtuellen Sport. Diese neue Art von Wetten veränderte den Geldspielmarkt, indem Videospiele mit der Welt der Wetten vernetzt wurden. Ausserdem gibt es Wetten, die in der allgemeinen Vorstellung nur selten mit dem Geldspiel in Verbindung gebracht werden, wie beispielsweise bestimmte Wettformen auf Finanzmärkte.

Sportwetten

Sportwetten sind die bekannteste Wettform. In der Schweiz werden sie von Swisslos und der Loterie Romande (Online und Offline) betrieben. International gibt es auf Sportwetten spezialisierte Anbieter. Nach dem Inkrafttreten des neuen Geldspielgesetzes (BGS) im Juli 2019 wurde das internationale Angebot schrittweise gesperrt (IP-Blockierung).

Im Internet werden heutzutage immer vielfältigere Angebote unterbreitet. Es kann auf jede Sportart gewettet werden, vor und während des Spiels, im Fussball z.B. auf die Anzahl Tore, die Torschützen und sogar auf die genaue Minute, in der das Tor fallen wird.

Pferdewetten

Pferdewetten sind in der Deutschschweiz wenig verbreitet, in der Westschweiz jedoch weitaus häufiger anzutreffen. Im französischsprachigen Teil des Landes überstiegen die Bruttoeinnahmen aus Pferdewetten im Jahr 2019 die Bruttoeinnahmen der restlichen Sportwetten (LoRo, 2020).

Wetten auf eSport-Wettkämpfe

Im Allgemeinen wird bei dieser Wettform auf das Ergebnis eines Spiels zwischen zwei Mannschaften gewettet, welches in Form von Online-Videospielturnieren ausgetragen wird. Diese Wettform entwickelte sich durch das Aufkommen von Online-Videospielen und stellt derzeit noch eine Marktnische dar. Es ist in der Schweiz noch nicht möglich, auf ein konkretes Resultat der Videospiele zu wetten. Die auf diese Art von Wetten spezialisierten Unternehmen sind alle im Ausland ansässig.

Wetten auf Finanzmärkte

Wetten auf Finanzmärkte stellen eine besondere Wettart dar. Sie können dabei als Mischform von Investitionen und Wetten verstanden werden. Dabei gilt: Je spekulativer die Investition, desto weniger kann das Ergebnis kontrolliert werden und je mehr ähnelt sie einer Wette. Viele Finanzinstitute in der Schweiz und weltweit bieten die Möglichkeit an, auf dem Devisenmarkt (Forex) zu investieren. Diese Investitionsart weist viele Gemeinsamkeiten mit dem Wetten auf.

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Factsheet Online-Wetten

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Online-Wetten Bericht 2020