Rechtliche Grundlagen

Glücksspiele sind ein grosses Geschäft, an dem viel Geld verdient wird. Damit alles mit rechten Dingen zu und her geht, dürfen Glücksspiele in der Schweiz nur von bewilligten Casinos und Lotteriegesellschaften angeboten werden.

Seit Januar 2019 sind neu alle Geldspiele in einem Gesetz geregelt (BGS). Es vereint das bisherige Spielbankengesetz (von 1998) und das Lotteriegesetz (von 1923).

Was ändert sich?

  • Das neue Gesetz öffnet den Markt für legale Angebote von Casinospielen im Internet.
  • Kleine Pokerturniere dürfen – mit einer kantonalen Bewilligung nun auch ausserhalb von Casinos angeboten werden. Verschiedene Auflagen müssen erfüllt werden.
  • Neu gilt auch für Lotteriespiele das Mindestalter von 16 Jahren.
  • Zur Erarbeitung des Sozialkonzepts sind die Anbieter nicht mehr verpflichtet, mit Suchtfachstellen zusammenzuarbeiten
  • Zur Aufhebung einer Spielsperre muss neu eine kantonal anerkannteFachperson zugezogen werden.

Casinos

Glücksspiele wie Roulette, Black Jack und Spielautomaten sind in der Schweiz nach wie vor nur in Casinos erlaubt. Werden diese Glücksspiele ausserhalb der bewilligten Casinos angeboten, sind sie illegal (z.B. Black Jack oder Spielautomaten in einem privaten Club oder einer Bar). Jugendliche unter 18 Jahren haben in Casinos sowie Online-Casinos keinen Zutritt. Jedes Casino muss Massnahmen zum Spielerschutz erarbeiten, welche beschreiben, wie das Casino den sozial schädlichen Auswirkungen des Spiels vorbeugen oder diese beheben will.

Online-Angebot: Schweizer Casinos dürfen gemäss neuem Geldspielgesetz nun auch Online-Casinospiele anbieten. Aktuell haben vier Bewerber für ein Online-Casino eine Lizenz erhalten und werden frühestens ab 1. Juli 2019 ihre Aktivität aufnehmen: Baden, Davos, Luzern und Pfäffikon. Die Online-Casinos sind zwar an terrestrische Casinos angebunden, gespielt werden kann aber von der ganzen Schweiz aus. Angebote von ausländischen Anbietern werden mittels Netzsperren (IP-Blocking) für Spielende in der

Lotterie

Die beiden Lotteriegesellschaften Swisslos und Loterie Romande konnten schon bis anhin Spiele auch über das Internet vertreiben. Alle anderen Lotterie­ und Wettangebote im Internet sind in der Schweiz weiterhin illegal.

Neuerdings dürfen Swisslos und die Loterie Romande ebenfalls Live-Wetten anbieten. Live-Wetten bieten ein hohes Suchtpotential (siehe auch Glücksspielarten). Bei allen Online-Lotteriespielen gilt ein Mindestalter von 18 Jahren, neu gilt auch für alle Losprodukte am Kiosk ein Mindestalter von 16 Jahren. Gewinne bis zu 1 Mio. Franken werden nicht mehr besteuert.

Die beiden Anbieter sind neu dazu verpflichtet, wie die Casinos ein Sozialkonzept zum Spielerschutz zu erarbeiten und umzusetzen. Lotterien im kleineren Rahmen (Tombolas, Bingo etc.) können von den kantonalen Bewilligungsbehörden genehmigt werden. Wetten sind erlaubt, wenn sie nicht gewerbsmässig sind, das heisst, wenn die eingesetzten Beiträge wieder vollumfänglich ausbezahlt werden (bspw. bei einem Tippspiel unter Arbeitskolleginnen und -­kollegen).

Gesetz zum Geldspiel

Weiterführende Informationen zu den rechtlichen Grundlagen.

Illegales Glücksspiel

Im Rahmen der regelmässigen Fachgruppentreffen der Fachpersonen aus Prävention und Beratung hat am 11. März 2013 die Kantonspolizei Zürich eine Weiterbildung zum Thema illegales Glücksspiel in der Schweiz gegeben. Die Präsentation ist weitgehend selbsterklärend und gibt einen sehr guten Einblick zu folgenden Themen:

  • Illegales Glücksspiel Gesetzliche Grundlagen / Definition / Art der Glücksspiele
  • Illegale Wetten und Lotterien Gesetzliche Grundlagen / Was sind Lotterien und Wetten / Wett-Terminals
  • Geschicklichkeitsspiele Gesetzliche Grundlagen / legale Geschicklichkeitsspiele / Illegale Geschicklichkeitsspiele
  • Wie kommen Anzeige zur Polizei / Was kann der Bürger bei Kenntnis über illegale Glücksspiele tun
  • Welche Schritte unternimmt die Polizei / Erfahrungswerte aus Razzien

Die Präsentation entspricht noch nicht dem neuen Geldspielgesetz ab 2019.


Präsentation "Illegales Glücksspiel" der Kantonspolizei Zürich