Checkliste für Migrationsfachstellen

"Sucht" wird bei Migrantinnen und Migranten in der Regel mit stoffgebundenen Substanzen in Zusammenhang gebracht. Vielen ist nicht bekannt, dass Verhaltensweisen, wie beispielsweise das Glücksspiel, süchtig machen können. Empirische Untersuchungen deuten darauf hin, dass es Personengruppen mit bestimmter nationaler Herkunft gibt, die häufiger von glücksspielsuchtbezogenen Problemen betroffen sind. Wiederum sind Spielsucht-Hilfsangebote bei Personen mit Migrationshintergrund wenig bekannt. Der Früherkennung und der Vernetzung verschiedener Institutionen (Schuldenberatung, Hausärzte, soziale Dienste etc.) kommen daher eine umso wichtigere Bedeutung zu.

Früherkennung: Wie erkenne ich eine glücksspielsüchtige Person?

Spielsüchtigen Personen sieht man ihre Sucht nicht an. Das macht es schwierig für das Umfeld, eine Glücksspielsucht zu erkennen. Trotzdem gibt es Merkmale, die auf ein problematisches Glücksspielverhalten hindeuten können:

  • Es fehlt ohne ersichtlichen Grund Geld. Unbezahlte Rechnungen, häufiges Geldabheben, Geld leihen bei Bekannten und unschlüssigen Erklärungen für fehlendes Geld können Erkennungsmerkmale einer Glücksspielsucht sein.
  • Unruhe, Gereiztheit oder Niedergeschlagenheit können Hinweise auf eine Glücksspielsucht sein.
  • Die Person ist häufig geistig abwesend. Glückspielsüchtige sind in Gedanken immer beim Glücksspiel oder überlegen sich, wie sie zu Geld kommen, um zu spielen.
  • Fehlende Zeit: Die Person investiert zunehmend mehr Zeit für Glücksspiele und vernachlässigt Hobbys, familiäre Verpflichtungen oder weitere Interessen.

Wenn mehrere dieser Merkmale zutreffen, dann sprechen Sie die Person an: "Spielen Sie?" oder "Spielt Ihr Mann/Ihre Frau?". Betroffene sind oft erleichtert, wenn sie über ihre Situation sprechen können.

Hilfsangebote: Wie kann ich einer glücksspielsüchtigen Person weiterhelfen?

Auf SoS-Spielsucht.ch finden Sie umfassende Informationen zum Thema Glücksspielsucht für Betroffene, Angehörige und weitere Interessierte. Die Webseite ist in sieben Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Thailändisch, Kroatisch, Italienisch, Türkisch und Portugiesisch) aufrufbar (siehe oben rechts).

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Es stehen Ihnen folgende Angebote zur Verfügung:

Flyer und Schulungsunterlagen

Unsere Flyer sind in fünf Sprachen (Englisch, Portugiesisch, Türkisch, Kroatisch und Thailändisch) erhältlich. Bestellen Sie die Flyer kostenlos oder laden Sie sie herunter.

SoS-Spielsucht entwickelte in Zusammenarbeit mit "Femmes Tische" Schulungsunterlagen in 11 Sprachen für den Einsatz im Migrationsbereich. Unterlagen herunterladen.

Ab 2020 bieten wir Weiterbildungen zum Thema Glücksspielsucht für Fachpersonen an. Weitere Informationen folgen.

Weitere Schulungsunterlagen.

Weiterführende Literatur

Das "SuchtMagazin" berichtete 2017 über das Thema Migration und Glücksspiel. Der Bericht enthält spannende Forschungsdaten sowie wichtige Hinweise für die Praxis. Hier geht’s zum Bericht.

Die Hochschule für soziale Arbeit in Luzern verfasste im 2012 im Auftrag von SoS-Spielsucht einen Bericht über die "Früherkennung von vulnerablen Personengruppen im Glücksspielbereich". Die Analyse zeigt die Brisanz im Migrationsbereich und ist nach wie vor relevant. Hier geht’s zum Bericht.

Weitere Literatur.