Informationen für Eltern

  • Diskutieren Sie zusammen mit den Jugendlichen über die Thematik und lassen Sie sich von ihnen zeigen, was genau gespielt wird und was die Faszination für sie ausmacht.
  • Geben Sie keine Kreditkartendaten heraus. Auch nicht in einem anderen Zusammenhang.
  • Behalten Sie den Überblick auch über die Telefonrechnung, denn auch über das Telefon können Käufe getätigt werden.
  • Behalten Sie die Telefonrechnungen im Auge, um auf allfällige steigende Beträge schnell reagieren zu können.

Glücksspiel im Internet

Alle Glücksspiele werden auch im Internet angeboten. In der Schweiz dürfen nur die beiden Lotterieanbieter (Swisslos und Loterie Romande) Glücksspiele im Internet legal anbieten, wohingegen alle Casino-Glücksspiele im Internet verboten sind.

Wieso findet man dann im Internet tausende von Seiten, auf denen man spielen kann? Diese sind von ausländischen Anbietern. Auf diesen Seiten zu spielen ist zwar möglich, ohne sich strafbar zu machen, aber ob man den erspielten Gewinn erhält, ist nicht sicher. Ausserdem riskiert man, dass im Rahmen einer Strafverfolgung der Einsatz sowie die Spielutensilien eingezogen werden. Auch auf diesen Internetseiten muss man mindestens 18 Jahre alt sein, um spielen zu dürfen. Findet der Anbieter heraus, dass jemand beim Einloggen mit seinem Alter geschummelt hat, muss der Gewinn nicht ausgezahlt werden.

Doch auch wenn man 18 Jahre alt ist und einen Gewinn erspielt, hat man nichts in der Hand, um diesen einzufordern, falls er nicht ausbezahlt wird.


Was ist speziell beim Glücksspiel im Internet?
Es birgt ein hohes Suchtpotenzial, weil:

  • es viele Anbieter und Webseiten sowie eine grosse Anzahl an Spielen und Einsatzmöglichkeiten gibt. Dies führt dazu, dass man schneller, mit mehr Einsatz sowie auf verschiedenen Websites gleichzeitig spielt.
  • man kein Geld «sieht», da mit der Kreditkarte bezahlt wird. Der Verlust tut so weniger «weh», als wenn man Geld aus der Hand gibt.
  • man häufig alleine spielt und niemand einen stoppen kann.
  • man anonym ist.
  • man rund um die Uhr spielen kann, v.a. auch mit dem Smartphone und Tablets.
  • Bonusprogramme und Gratisspiele die Lust weiterzuspielen fördern.



Welche Spielmöglichkeiten gibt es? Apps, Ingame-Käufe, Spiele auf Facebook
Glücksspiele können auch über das Smartphone bzw. das Tablet und auf Facebook gespielt werden. Je nach App Store gelten jedoch unterschiedliche Richtlinien für das Anbieten von Glücksspiel-Apps: iOS/Apple erlaubt bspw. nur Glücksspiel-simulierende Apps. Bei diesen wird mit virtueller Währung gespielt, die zwar mit in-App-Käufen mit realem Geld gekauft werden kann, es erfolgt jedoch keine Auszahlung mit Umwandlung der Spiele-Coins in Echtgeld. Um diese Art von Simulations-Spielen handelt es sich auch bei den Facebook-Glücksspielen.

Android/Google erlaubt grundsätzlich keine Glücksspiel-Apps, während es hingegen bei Microsoft/Windows Phone erlaubt ist, Glücksspiel-Apps mit Geldauszahlung anzubieten.

Von Glücksspielen, bei welchem der Spielverlauf ganz oder mehrheitlich vom Zufall anhängt, zu unterscheiden, sind Gratis Spiele, bei welchem man sich im Verlaufe des Spiels durch Käufe von Gadgets Vorteile verschaffen kann. Auch bei diesen Spielen kann es zu hohen Ausgaben kommen, doch handelt es sich dabei nicht um Glücksspiele, sondern um Online-Spiele (Games) mit Geldeinsatz.
Games und Glücksspiele sind in der Tat jedoch nicht immer klar voneinander trennbar. So ist es bspw. bei Übertragungen von live-Spielen, in welchen Gamer gegeneinander antreten, möglich, Wetten auf den Spielausgang zu platzieren. Auch finden sich teilweise Glücksspielelemente in der virtuellen Spiele-Welt von Games, sodass man bspw. mit seiner Spielfigur in ein virtuelles Casino gehen und sein Spielgeld auf Glücksspiele setzen kann.

Wird für den Kauf eine Kreditkarte benötigt, muss der Käufer oder die Käuferin mindestens 18 Jahre alt sein und eine eigene Karte besitzen. In diesem Fall liegt die Verantwortung bei Ihnen als Eltern.

Gratis-Nummern" 0800 xx xx: Sind nicht immer gratis!
Egal ob es sich um ein Gewinnspiel wie bspw. einen Wettbewerb oder den Kauf von Guthaben für ein Game handelt, 0800-Nummern zu wählen, kann mehrere Franken pro Minute kosten. Da heute viele Jugendliche ein Smartphone besitzen, ist es für die Anbieter einfach, auf diesem Weg an das Geld heranzukommen.

Viele Jugendliche und Erwachsene wissen zudem nicht, dass diese Nummern viel kosten können und es unmöglich ist, zu wissen wie viel Geld „ausgegeben" wird. Im schlimmsten Fall entstehen für die Jugendlichen/Eltern Schulden in hohen Beträgen. Die Abrechnung erfolgt über das Telefonabonnement, auf welchem keine Alterslimite besteht, da der Vertrag mit einem Telefonanbieter für das Abo unterschrieben wurde.

Wussten Sie, dass Smartphone-Apps ungefragt auf die gespeicherten privaten Daten (Ortsbewegungen, Nutzerdaten, Adressdaten, gespeicherte Medien etc.) zugreifen, wenn diese nicht selbständig blockiert werden? Unter “Einstellungen” kann man den Zugriff sperren.