Was sind Glücksspiele (Geldspiele)?

Glücksspiele sind Spiele, bei denen hauptsächlich der Zufall über das Ergebnis entscheidet und bei denen Sie Geld einsetzen müssen, um spielen zu können.

Zu den Glücksspielen werden Lotto, Lotterien, Wetten (Sportwetten, Pferdewetten), Casinospiele wie bspw. Automatenspiele, Roulette, Poker und Black Jack gezählt. Der Einfluss des Zufalls kann bei diesen Spielen sehr unterschiedlich sein. Bei Roulette oder Lotto hängt das Ergebnis beispielsweise ausschliesslich vom Zufall ab, während bei Poker und Black Jack auch Entscheidungen der Spielenden das Ergebnis beeinflussen.

Fast alle Spiele werden heute auch im Internet als Online-Spiel angeboten. Gewisse Glücksspiele sind gesellschaftlich weniger akzeptiert als andere (bspw. das Spiel an Geldautomaten), andere Formen des Glücksspiels geniessen in der Gesellschaft hohe Akzeptanz wie bspw. Lotto.


Wie steht es um das Day-Trading? (kurzfristiger Aktienhandel)

Daytrading oder Intraday Trading beschreibt kurzfristige Spekulationen an der Börse. Der Trader oder die Traderin wettet darauf, dass ein Börsenkurs steigt oder fällt. Tippt er richtig, kann er einen Gewinn erzielen. Liegt er falsch, ist das Geld verloren. Beim Daytrading handelt es sich um sehr kurzfristige Börsenspekulationen innerhalb von Stunden oder gar Minuten. Im Gegensatz zu langfristig angelegten Aktien sind Börsenschwankungen in solch geringen Zeiträumen sehr schwierig vorherzusagen. Daytrading hat daher den Charakter eines Glücksspiels, da das Resultat mehrheitlich vom Zufall abhängt.

Weitere Informationen dazu:
https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/uploads/media/GluecksspielAnDerBoerse.pdf
https://gluecksspiel.uni-hohenheim.de/uploads/media/MachtDieBoerseKrank.pdf

Die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen: Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz (1:6 Millionen) oder im Verlauf seines Lebens beim Spazieren von einem Flugzeug getroffen zu werden (1:25 Millionen), ist höher als im Lotto einen Sechser zu haben (1:31 Millionen).

Was macht Glücksspiele so fesselnd?

Gewisse Mechanismen lösen Adrenalin aus, andere gaukeln Fastgewinne vor. Mehr Informationen dazu...

Aktiv ins Spiel eingebunden sein führt dazu, dass höhere Einsätze gemacht werden. Dieses Phänomen ist bei allen Menschen beobachtbar, kommt jedoch v.a. bei besonders risikoreichen Spielarten wie Spielautomaten und Poker zum Tragen.

Gewisse Spiele schaffen es, dem Spielenden vorzugaukeln, dass der Spielausgang massgebend von seinen Fähigkeiten abhängt. Je mehr das Spiel dieses Gefühl vermitteln kann, desto mehr zieht es den Spielenden in seinen Bann. Diese vermeintliche Kontrolle über das Spiel ist jedoch nur eine Illusion, welche durch das aktive Eingebunden sein ins Spiel, noch verstärkt wird. Spiele, welche sich dieser beiden Mechanismen bedienen beinhalten ein besonders hohes Risiko.

Auch eine rasche Spielabfolge animiert zum Weiterspielen und wenn zudem der Gewinn schon nach kurzer Zeit ausgezahlt wird, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit diesen gleich wieder einzusetzen.

Fast-Gewinne sind ein Nervenkitzel. Ganz nah dran zu sein, animiert noch einmal zu spielen, da das Glück zum Greifen nah scheint. Vier von fünf Zeichen oder Zahlen, die nah an der Gewinnzahl sind, nähren den Glauben, nur ganz knapp nicht gewonnen zu haben.

Höchstgewinne wie Jackpots nähren den Traum von einem Leben im Reichtum. Wer hat noch nie davon geträumt, im Lotto zu gewinnen?

Auch Ton-und Lichteffekte sind dazu da, das Gefühl von Vergnügen und Aktivität zu erwecken. Sie tragen dazu bei, dass Gewinne für wahrscheinlicher gehalten werden als Verluste. Viele Casinobesucher/innen mögen die glamouröse Atmosphäre und gehen u.a. deshalb ins Casino.

Aufgrund dieser Effekte überrascht es nicht, dass der Anteil Glücksspielsüchtigen bei den Automatenspieler/innen am höchsten ist, unter den Lottospielenden sich hingegen nur relativ wenig Betroffene finden.

Haben Sie's gewusst?

Stimmt das?

Menschen, die an Glücksspielen teilnehmen, sind mutiger und abenteuerlustiger als Menschen, die nie Glücksspiele machen.

Nein: Beim Spielen werden die Nerven gekitzelt und man ist ganz im Bann des Geschehens. Dieser Erregungszustand macht das Spielen so attraktiv.

Bei jedem Glücksspiel gibt es Spielstrategien, die zu einem Gewinn verhelfen können.

Diese Annahme ist falsch. Gewisse Glücksspiele wie Lotto oder Roulette hängen einzig vom Zufall ab. Aber auch bei anderen Spielen, welche beeinflusst werden können, gibt es leider keine “Gewinn-Strategie”.

Wenn eine Person eine Glückssträhne hat, sollte sie den Einsatz erhöhen.

Nein: Der Glaube, dass das Schicksal eine grosse Rolle spielt, verleitet viele Spielende, höhere Risiken einzugehen. Doch der Zufall hat kein Gedächtnis.

Um zu gewinnen, muss eine Person mit dem Spiel vertraut sein.

Bei Sportwetten und beim Poker ist diese Annahme verbreitet. Doch auch bei diesen Spielen gibt es keine Garantie zu gewinnen. Die grosse Mehrheit der geübten Spielenden verliert auch hier mehr als sie gewinnt.

Wenn eine Person längere Zeit nicht gewonnen hat, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ein grösserer Gewinn auf sie wartet.

Nein, die Wahrscheinlichkeit zu gewinnen oder zu verlieren bleibt immer gleich.

Manchmal weiss eine Person einfach, dass sie Glück haben wird.

Viele Spielende haben Vorahnungen und sehen Zeichen für eine Glückssträhne. Dies ist nur allzu menschlich, gewonnen wird dadurch aber leider nicht.

Wer nicht wagt, gewinnt nicht.

Man könnte auch sagen, wer gewinnt, hat Pech. Wer zu Beginn viel gewinnt, spielt eher weiter, als jemand der mehrmals hintereinander verliert.

Rund um das Glücksspiel gibt es viele Mythen und falsche Annahmen.

Obschon alle diese Aussagen nicht oder nur teilweise stimmen, glauben viele Spielende daran. Der Zufall hat kein Gedächtnis und am Ende verliert der Spielende immer, da gesamthaft mehr Geld eingesetzt wird, als Gewinne ausbezahlt werden. Abhängig von der Spielform gehen 20% bis 40% in die Kasse der Anbieter. Personen, die spielsüchtig sind, stellen zwar nur etwa 2% der gesamten Bevölkerung dar, sie finanzieren aber durch ihre meist hohen Einsätze den Grossteil des Geldspielgeschäftes.

Zahlen und Fakten:

Etwa 50% der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren haben in den letzten 12 Monaten ein Glücksspiel gespielt.
Etwas mehr als 75'000 Menschen spielen exzessiv Glücksspiel. 28'000 davon sind glücksspielsüchtig und 47'000 gelten als problematisch Spielende. 5 bis 10 nahestehende Personen sind vom Spiel eines exzessiv Spielenden mitbetroffen.