Suchtentwicklung
Stadien der Glücksspielsucht
Anfangsstadium
- spielen zur Unterhaltung
- spielen, um die Nerven zu kitzeln
- spielen, um zu gewinnen
Unterhaltungsspieler: gelegentliches Spielen, unregelmässig
Wenn im Anfangsstadium grössere Geldbeträge gewonnen werden, wird das Spiel mit positiven Gefühlen gekoppelt. Grundsätzlich löst bei den meisten Menschen das Glücksspiel einen Erregungszustand, resp. ein Gefühl von Lebendigkeit aus, da auch Fast-Gewinne als Gewinne abgespeichert werden und wie ein Motivationsmotor wirken. Diese Situation ist gefährlich, wenn damit Probleme oder Langeweile kompensiert werden. Speziell gefährdet sind Jugendliche oder junge Erwachsene. Sie haben zum Teil noch nicht die kognitiven Fähigkeiten genügend entwickelt, um zu erkennen, dass sie auch durch häufiges Glücksspiel in eine Suchtspirale geraten können, genauso wie z. B. bei häufigem Alkoholkonsum. Zumal die Sensibilisierung der Allgemeinbevölkerung zur möglichen Glücksspielsucht erst in den Anfängen ist, fallen auch Angehörige Wahrnsignalen lange nicht auf.
Gewöhnungsstadium
- spielen, um noch mehr zu gewinnen oder Verluste zurückzuerobern
- spielen, um gute Gefühle zu erzeugen
Missbrauch-Spieler: soziale Folgeprobleme, Schulden, Doppelleben, regelmässiges Spielen ist zum festen Bestandteil des Lebens geworden.
Im Gewöhnungsstadium wird Geld, welches für den täglichen Bedarf vorgesehen, ins Spiel „investiert“ und/oder Geld geliehen, um spielen zu können. Aufgenommene Darlehen werden verheimlicht. Eine schleichende Distanzierung gegenüber Familie und Freundeskreis setzt ein. Der Spieler ist jedoch überzeugt, die Schuldensituation wieder in den Griff zu bekommen. Wenn die "Suchtfalle" schon zugeschnappt hat, dann kann man das auch daran erkennen, dass der Spieler denkt, durch intensiveres Spielen, könne er sein Geld zurückholen. „Sobald ich keine Schulden mehr habe, höre ich mit Spielen auf, ich will nur mein Geld wieder zurückgewinnen.“ Hier hat bereits ein unlogisches Denksystem Einzug gehalten. Zum Einen sind die Schulden ja erst durch das Glücksspiel entstanden und zum Anderen gibt es keine Sicherheit auf Gewinne beim Glücksspiel! Die einzige vernünftige Entscheidung in solch einer Situation ist, vorerst einmal ganz mit dem Glücksspiel aufzuhören.
Suchtstadium
- spielen, ohne Rücksicht auf Verluste
- spielen, ohne sich für andere zu interessieren
- spielen, um den Schulden-Schlamassel zu entkommen
- spielen, um den Drang nach spielen zu befriedigen
- spielen, um Probleme zu vergessen
Exzessiv-Spieler/Verzweiflungsspieler: Einengung aufs Glücksspiel, Verlust sozialer Kontakte, Doppelleben, illegale Handlungen, Kontrollverlust
Im Suchtstadium ist das Spiel zum dominanten Lebensinhalt geworden. Jede Gelegenheit zum Spielen wird genutzt und wenn nicht gespielt werden kann, ist der Spieler in Gedanken damit geschäftigt. Der Exzessiv-Spieler verliert Sozialkontakte und evtl. die Arbeit. Es kann zu kriminellen Handlungen kommen: meist Unterschlagungen, Diebstahl oder Betrug. Es geht nicht mehr ums Gewinnen oder um die Glücksgefühle beim Spielen. Es wird gespielt um von Problemen abschalten zu können und um sich in eine Scheinwelt zu flüchten.








