Online-Poker
![]() Pokerspiel | ![]() Poker Room im MGM Grand, Las Vegas |
Poker ist der Name einer Gruppe von Glücksspielen, die in Form von Kartenspielen – normalerweise mit Pokerkarten des anglo-amerikanischen Blatts zu 52 Karten – gespielt werden und bei denen mithilfe von fünf Karten eine Hand (Pokerblatt) gebildet wird.
Dabei setzen die Spieler ohne Wissen um das Blatt des Gegners einen unterschiedlich hohen Einsatz (Chips) auf die Gewinnchancen der eigenen Hand. Die von den Spielern eingesetzten Chips einer Spielrunde („Pot“) fallen schliesslich demjenigen Spieler mit der stärksten Hand zu oder dem einzig Übriggebliebenen, wenn alle anderen Spieler nicht bereit sind, den von ihm vorgelegten Einsatz ebenfalls zu bringen. Dies eröffnet die Möglichkeit, durch Bluffen auch mit schwachen Karten zu gewinnen. Das Ziel beim Poker ist es, möglichst viele Chips von anderen Spielern zu gewinnen.
Je nach Spielvariante gibt es verschiedene Möglichkeiten, sein Blatt zusammenzustellen. Auch die maximale und die bevorzugte Spieleranzahl sind je nach Variante verschieden. In manchen gewinnt nicht die beste Hand (High), sondern die schlechteste (Low).
Online-Poker
Online-Poker hat sich in den letzten Jahren zu einem Massenphänomen entwickelt. So haben sich mittlerweile zahlreiche Internetangebote gebildet, welche für die Betreiber eine sehr lukrative Einnahmequelle darstellen. Die grosse Popularität täuscht jedoch darüber hinweg, dass Online-Poker zu einem existenziellen Problem werden kann.
Dies hängt zunächst mit seiner sehr leichten Erreichbarkeit und Bedienung zusammen. Ob zu Hause oder unterwegs, wer möchte, kann zu jeder Tages- oder Nachtzeit mit wenigen Mausklicks am virtuellen Pokertisch Platz nehmen. Und mit Kreditkarte bzw. Lastschriftverfahren gerät die Bezahlung zur Nebensache. Personen, die vom „schnellen Geld“ träumen, oder diejenigen, die vielleicht endlich wieder in die Gewinnzone wollen, sind besonders gefährdet, spontan und unüberlegt zu setzen.
Ein zusätzliches Gefahrenpotenzial bei Online-Poker ist die Schnelligkeit des Spiels. Das heisst, dank ständig neuer Spielrunden stehen Spielende permanent unter Anspannung, was dazu führt, dass sie oft lange brauchen, um sich vom virtuellen Spieltisch loszureissen. Bekräftigt durch anfängliche Erfolge und um den Nervenkitzel noch etwas zu steigern, setzen viele Spielende darüber hinaus immer riskantere und höhere Einsätze. Da Spielentscheidungen oftmals binnen weniger Sekunden gefällt werden müssen, besteht zudem ein besonderes Risiko, unüberlegt zu spielen und zu verlieren.
Auf diese Weise besteht die Gefahr, auch bei niedrigen Einsätzen innerhalb kurzer Zeit beträchtliche Verluste anzuhäufen. Während diese sich anfangs noch in Grenzen halten, reagieren Spielende bei steigenden Verlusten in der Regel immer panischer und versuchen, durch noch riskanteres Spiel wieder in die Gewinnzone zu kommen. Dies endet häufig mit hohen Verlusten, welche Existenz bedrohend sind.
Ebenso kritisch zu betrachten ist, dass Poker von manchem nicht als Glücks-, sondern als Kompetenzspiel im Sinne von kontrollierbar betrachtet wird. Dies führt dazu, dass Spielende auch angesichts eines katastrophalen Zwischenergebnisses weiterspielen, in der Hoffnung durch ihr „Können“ das Spiel wieder zu drehen. Die Kartenverteilung beim Poker ist jedoch vom Zufall abhängig und damit ist der Spielausgang nicht vorhersagbar.
Ein weiterer Problempunkt beim Online-Poker ist seine Anonymität. So sitzen Spielende normalerweise alleine vor dem PC und sind niemandem über ihr Spiel Rechenschaft schuldig. Dies kann zu unkontrolliertem und damit problematischem Spielens führen.
In den Vereinigten Staaten verbietet es der „Unlawful Internet Gambling Enforcement Act“ Banken und Finanzdienstleistern, Zahlungen zwischen US-Bürgern und Online-Glücksspiel-Angeboten im Ausland abzuwickeln.
Hören Sie hier die Sendung „Input“ von DRS 3 zum Thema Pokermanie.










