Lotterien

Lotto oder Lotterie ist ein Glücksspiel, bei dem gegen einen finanziellen Einsatz auf das Ziehen vorher getippter Zahlen aus einer begrenzten Zahlenmenge gesetzt wird.

Lotterien in der Schweiz

In der Schweiz existiert gestützt auf das Bundesgesetz über die Lotterien und gewerbsmässigen Wetten vom 8.6.1923 ein staatliches Lotteriemonopol. Auf interkantonaler oder nationaler Ebene dürfen in der Schweiz Lotterien und Wetten nur durch die beiden Schweizer Lotteriegesellschaften Swisslos (Deutschschweiz und Tessin) und Loterie Romande (Westschweiz) durchgeführt werden. Die beiden Lotteriegesellschaften bieten über diverse Vertriebskanäle (Kioske, Post, Coop, Gastrobetriebe, Online, etc.) verschiedene Lotterie- und Wettprodukte an, die von den Kantonen bzw. der Comlot bewilligt wurden.

Jährlich werden in der Schweiz ca. 900 Millionen Franken Bruttospielertrag (Summe der Spieleinsätze minus Gewinnauszahlungen) mit bewilligten Lotterien erwirtschaftet. Dies entspricht einem pro-Kopf Anteil von ca. 110 Franken.
Swisslos und Loterie Romande liefern ihren Reingewinn an die kantonalen Lotterie- und Sportfonds ab. Diese kantonalen Fonds unterstützen mit dem Geld Projekte in den Bereichen Kultur, Sport, Umwelt und Soziales.

Präventionsmassnahmen von Swisslos für Onlinegeldspiele

  • Registrierung der Personalien ist obligatorisch
  • Mindesalter liegt bei 18 Jahren
  • Ausgabelimiten beim Loskauf
  • Limitierung der Spielgeschwindigkeit
  • Persönliche Sperrung ist jederzeit möglich
  • Die Auszahlungsquoten liegen zwischen 50 - 75%, d.h. wenn für 1 Franken gespielt wird, gehen 50 - 75 Rappen zurück an den Gewinner (Spieler). Der Rest geht an die kantonalen Swisslos-Fonds (Gemeinnützige Projekte) und an die Betriebskosten von Swisslos.
  • Kostenlose Telefonnummer für Betroffene und Angehörige von Spielproblematiken
  • Selbsttest zur Spielsuchtgefährdung

Euro Millions in Europa

Im Gegensatz zu den traditionellen, landesspezifischen Lotterien war Euro Millions von Anfang an als Mehrländer-Lotto ausgelegt. Am 13. Februar 2004 fand die erste Ziehung statt, für die man in Spanien, Frankreich und Grossbritannien Tipps abgeben konnte. Im Laufe des Jahres 2004 kamen dann noch Österreich, Belgien, Irland, Luxemburg, Portugal und die Schweiz hinzu.

Die Spielformel lautet „5 aus 50 plus 2 aus 11“. Ein Tipp kostet 2 Euro. Die Einsätze aus allen Ländern gelangen in einen gemeinsamen Pool. Jeden Dienstag und Freitag findet eine einzige Ziehung für alle beteiligten Länder statt. Durch verschiedene Faktoren (die niedrige Gewinnwahrscheinlichkeit für „7 Richtige“, die grosse Anzahl Mitspieler/innen, der relativ hohe Einsatz sowie die Art der Aufteilung auf die Gewinnklassen) entstehen schnell sehr hohe Jackpots. Der Trend geht offenbar zu immer niedrigeren Gewinnchancen auf immer höhere Jackpots und gleichzeitig zu niedrigeren Gewinnen in den unteren Kategorien.

Systemspiele

Bei einem Systemspiel können mehr als die üblichen sechs Zahlen angekreuzt und damit viele Kombinationen „systematisch“ auf einmal in Auftrag gegeben werden. Die dadurch minimalst erhöhte Gewinnchance geht mit höherem Einsatz einher.
Die Gewinnquote effektiv zu erhöhen, ist unter normalen Umständen nicht möglich!

Gewinnausschüttungsquote

Wenn man alle denkbaren Lottoreihen des deutschen Lottos 6 aus 49 mit Superzahl auf einmal spielen würde (14 Mio. Tippmöglichkeiten × 10 Superzahlen), würde das einen Einsatz von etwa 120 Mio. € erfordern. Zwar liessen sich auf diesem Weg neben einem Jackpot auch die meisten Ausschüttungen der anderen Gewinnklassen einnehmen, dennoch bliebe die Gewinnsumme nur in zweistelliger Millionenhöhe!  Und das auch nur, wenn sonst niemand etwas gewinnt!
Dass beim Lottospiel die Gewinnbilanz deutlich negativ ausfällt, resultiert u. a. aus der geringen Gewinnausschüttungsquote. Die Verluste des Spielers betragen pro Spiel im Durchschnitt etwa 50 % des Einsatzes.

Beeinflussung der Gewinnchance

Statistiken, die zeigen, seit wie vielen Ziehungen eine Zahl nicht gezogen wurde, sollen suggerieren, die Gewinnchance liesse sich durch eine bestimmte Zahlenauswahl beeinflussen. Da der Zufall aber kein Gedächtnis hat, ist dies nicht möglich! Jede Ziehung ist statistisch betrachtet unabhängig von den vorhergehenden.

Besteuerung von Gewinn in der Schweiz

In der Schweiz wird automatisch die Verrechnungssteuer auf Lottogewinne über 50 Franken abgezogen. Diese beträgt 35 Prozent und mindert Gewinne dementsprechend. Zwischen Gewinnen aus einheimischen und ausländischen Lotterien wird nicht unterschieden. Die Verrechnungssteuer auf Zinsen, Wertschriftenerträgen und Lottogewinnen wird vom Steueramt zurückerstattet, wenn man die Gewinne in der Steuererklärung deklariert. Die meisten Schweizer Kantone sowie der Bund betrachten Lottogewinne als Einkommen; deshalb werden Einkommenssteuern fällig. Relevant ist der Spieltag und der Wohnsitz, den man am 31. Dezember des betreffenden Jahres hatte.