Diese 'FAQ' - Seite (häufig gestellte Fragen) soll Ihnen bei der Beantwortung Ihrer Fragen helfen. Wenn Sie feststellen, daß Ihre Frage hier nicht beantwortet wird, kontaktieren Sie uns:
Was genau versteht man unter Spielsucht?
Das sogenannte pathologische Spielen ist ein eigenständiges psychiatrisches Krankheitsbild, welches sich durch folgende Merkmale ausdrückt:
- starkes Eingenommensein vom Glücksspiel
- nur durch steigende Einsätze ist die gewünschte Erregung zu erreichen
- erfolglose Kontroll- oder Abstinenzversuche
- Nicht-spielen-können führt zu Unruhe und Gereiztheit
- Spielen, um Problemen oder negativer Stimmung zu entkommen
- Verluste wollen sofort wieder ausgeglichen werden (Chasing-Verhalten)
- Mitmensch werden belogen, um das Ausmaß des Spielens zu vertuschen
- das Spielen wird durch illegale Handlungen finanziert
- Gefährdung oder Verlust von Beziehungen, Arbeitsplatz wegen des Spielens
- der Spieler verlässt sich auf andere als 'Geldgeber'
Bei Zutreffen von fünf Merkmalen wird von einer Spielsucht gesprochen.
Wie erkenne ich, ob ich spielsüchtig bin?
Es besteht die Möglichkeit ihr Spielverhalten mit Hilfe der oben genannten Kriterien zu überprüfen oder einen Spielercheck auf dieser Seite zu machen. Eine genaue Abklärung kann allerdings nur im Rahmen einer Beratung erfolgen.
Wer ist von Spielsucht betroffen?
Betroffen sind Menschen aus allen sozialen Schichten, unabhängig von ihrem Bildungsstand. Grundsätzlich ist keiner gegen Spielsucht immun. Die Zahl der Spielsüchtigen wird in der Schweiz auf ca. 46'000 geschätzt und ist in den letzten Jahren mehr oder weniger unverändert geblieben. Die meisten Spielsüchtigen sind Männer.
Welche Spiele sind gefährlich?
Glücksspiele mit einer schnellen Spielabfolge (z. B. Automaten und Online-Poker) und einer hohen Gewinnmöglichkeit (Jackpot) haben ein grösseres Suchtpotential. Obwohl hier auch mit kleinen Einsätzen gespielt werden kann, können mehrere hundert Franken pro Stunde verloren gehen, dies nicht nur aufgrund der raschen Spielabfolge sondern auch weil an mehreren Automaten oder Pokertischen gleichzeitig gespielt werden kann.
Doch auch Roulette, Black Jack, Sportwetten, Rubbellose und Lotto haben ein Suchtpotential.
Auf diese Frage läßt sich keine einheitliche Antwort geben. Die Mehrzahl der Spielsüchtigen sind Automatenspieler, die ihr Geld an Geldspielgeräten verlieren. Aber schlussendlich kann jedes Spielen um Geld süchtig machen.
Welche Chancen habe ich, von meiner Spielsucht geheilt zu werden?
Etwa 60% der SpielerInnen, die eine Therapie -sei dies stationär oder ambulant- beenden, sind auch ein Jahr nach ihrer Beendigung weiterhin abstinent. Es existieren aber noch keine Langzeitstudien.
Wie kann sich ein Spieler gegen weiteres Spielen schützen?
Der beste Schutz ist, sich beraten zu lassen oder eine Therapie zu beginnen. Als zusätzliche Maßnahmen für Spieler kommen in Frage:
- sich im Spielcasino sperren lassen
- die Geldverwaltung abgeben
- sein Leben neu organisieren
Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es?
Das Hilfsangebot für Spielsüchtige und ihre Angehörigen hat sich in den letzten Jahren enorm verbessert. Neben ambulanten Beratungs- und Behandlungsstellen und der stationären Therapie in Kliniken gibt es Selbsthilfegruppen. Unter Hilfsangebote in Ihrer Nähe finden Sie eine Auflistung von Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Kliniken. Um das passende Behandlungsangebot herauszufinden, empfehlen wir ein Informationsgespräch in einer Beratungsstelle.
Was können Angehörige tun?
Die Entwicklung vom Spielen als Freizeitvergnügen hin zur Sucht findet oft schleichend statt. Angehörige sollten ihre eigenen Sorgen und Vermutungen ernst nehmen und dem Spieler kein Geld leihen. Es ist notwendig, dem Spieler gegenüber konsequent zu sein. Angehörige sollten vom Spieler ein sichtbares Engagement verlangen, z. B. eine Beratungsstelle aufzusuchen.
Wenn mein(e) Partner(in) spielt, heißt das, dass sie/er mich nicht mehr liebt?
Das pathologische Spielen ist im Sinne einer Krankheit zu verstehen, welche eine Eigendynamik entwickelt. Wenn der Partner / die Partnerin spielt, hat dies in erster Linie etwas mit ihm / ihr zu tun. Die Liebe zum Partner / zur Partnerin kann für sie oder ihn jedoch eine Motivation sein, sich behandeln zu lassen.