Beratung / Therapie

Die beschriebene Beratung/Therapie bezieht sich grundsätzlich auf die Situation einer Suchtberatungsstelle.

1. Phase: Informationen sammeln/sortieren

Die Fachperson möchte sich einen Überblick verschaffen und stellt Ihnen zu folgenden Bereichen Fragen:

1. Problematisches Verhalten bei welchem Glücksspiel?
Seit wann spielen Sie? Wann wurde Ihnen klar, dass Sie die Kontrolle darüber verloren haben? Wie viel Geld haben Sie schon verspielt? Was sind Ihre Motive zum Spielen? Welche Vorteile/Nachteile ergeben sich aus dem Glücksspiel? Ab wann und mit welchen Methoden haben Sie schon versucht, das Spielen zu reduzieren oder zu stoppen? Was ist Ihr Ziel? Möchten Sie ein Leben ohne Glücksspiel? Möchten Sie kontrolliert spielen? Sie sind unentschlossen?

2. Fragen zu Alkohol, Tabak, Medikamenten und illegalen Drogen. Aktuell und in der Vergangenheit.

3. Soziales Umfeld. Wer ist mitbetroffen? Eigene Familie, Partnerschaft, Eltern, Geschwister, Freunde.

4. Fragen zur aktuellen Arbeitssituation.

5. Fragen zur finanziellen Situation.

6. Fragen zur Wohnsituation.

7. Fragen zu Straftaten.

8. Sind Sie noch in weiterer Behandlung? Hausarzt/-ärztin? Schuldenberatung? etc. 

Während Sie gemeinsam mit der Fachperson diese Fragen durcharbeiten, tragen Sie Stück für Stück Ihr Leben zusammen. Manches beruht auf Fakten und ist konkret, manches ist sehr emotional. Das ist gut und richtig. Nur schon dieser erste Teil kann sehr viel bei Ihnen auslösen. 

2. Phase: Planen/Handeln

Gemeinsam mit der Fachperson überlegen und entscheiden Sie, in welcher Reihnenfolge Sie mit der Arbeit beginnen. Hier geht es um Dringlichkeit und Machbarkeit. Vorrang haben existenzsichernde Aufgaben. Müssen Briefe geschrieben werden an Ämter, an die Hausverwaltung? Möchten Sie vorübergehend die Verwaltung Ihrer Finanzen an eine Drittperson abgeben? Casinosperrung einrichten? Welche weitere Unterstützung brauchen Sie? Sind Sie gesundheitlich angeschlagen? Braucht es eine Schuldensanierung? Sollen, neben den Einzelgesprächen, auch Paar- oder Familiengespräche stattfinden?

3. Phase: Stabilisieren/Rückfallprophylaxe

Sie haben Ihr Leben wieder geordnet. Es sind noch nicht alle Probleme gelöst, aber Sie haben die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Bewältigung geschaffen. Sie haben gute Arbeit geleistet und sehen auch die konkreten Resultate. Jetzt geht es darum, dass Sie sich Ihr neues Leben so einrichten, dass Sie nicht wieder in eine Suchtspirale geraten. Was ist Ihnen wichtig? Was sind Ihre Grundwerte? Was tun Sie gerne? Tanzen, gärtnern, Sprachen lernen, kochen etc.? Möchten Sie beruflich etwas verändern? Wie sieht es mit Freundschaften oder einer Liebesbeziehung aus? Sind Sie in einer festen Beziehung? Haben Sie Kinder? Wie geht es diesen? Wie kann wieder eine vertrauensvolle Nähe entstehen? Sie entscheiden, was Sie vertieft mit der Fachperson anschauen möchten. Meist ergeben sich die Themen aufgrund Ihres Alltages.


In der 1. Phase wurde ersichtlich, wo überall Handlungsbedarf besteht. In der 2. Phase haben Sie Konkretes und Handfestes angepackt und umgesetzt. In der 3. Phase reflektieren und überdenken Sie Emotionales.

Diese Beschreibung der drei Phasen ist rudimentär. Auf diese Art könnte eine Beratung/Therapie ablaufen. Wenn Sie jedoch merken, dass Sie die Kraft für die notwenigen Veränderungsschritte im Moment nicht finden und Sie auch Ihr beruflicher und privater Alltag überfordert, dann könnte eine stationäre Therapie weiterhelfen. Die Fachperson wird Sie auch dabei beraten und begleiten. Welche Therapie? Welche Klinik? Absprachen mit dem Arbeitgeber, der Krankenkasse etc. Haben Sie familiäre Verpflichtungen? Wie geht es nach der stationären Zeit weiter?

Bleiben Sie am Ball! Wir unterstützen Sie dabei!